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STYRIAN POWER

Max Frey | Rene Stessl | Becksteiner Wolfgang | Christian Eisenberger | Erwin Stefanie Posarnig | RESANITA | Markus Wilfling | Josef WURM | zweintopf | Karl Karner | G.R.A.M. | Claudia Nebel | Renate Krammer | Eva Ursprung | Ronald Kodritsch | Michael Gumhold | Hermann Glettler | Nicole Pruckermayr | Seppo Gr├╝ndler | Sabina H├Ârtner | J├Ârg Auzinger | Wolfgang Temmel | Evamaria Schaller | Max Gansberger | Martin Gansberger | Elisabeth Gschiel | Markus Jeschaunig

VERNISSAGE
13. Juli 2017, 19:00

BEGR├ťSSUNG
Elisabeth Faller, Vizepr├Ąsidentin

EINF├ťHRNDE WORTE
Erwin Stefanie Posarnig, Kurator & K├╝nstler
Roman Grabner, Kunsthistoriker

KONZERT
Seppo Gr├╝ndler



ÔÇ×Was sich durch Wappen und Titel als offizielle steirische Leistungsschau pr├Ąsentiert, ist in realiter eine Ausstellung der steirischen Kunstszene ├╝ber die steirische Kunstszene. Der energetische englische Titel und die Insignien der Macht sind eine ironische Allusion auf den Wirtschaftsstandort Steiermark und die anglizistischen Ausw├╝chse der kapitalistischen Allmachtsfantasien. In einem Bundesland, in dem die Kulturagenden dem Wirtschaftsressort untergeordnet sind, hat die Kunst naturgem├Ą├č immer einen nachgeordneten Rang und sieht sich mit Ideen von Funktionalit├Ąt und Vermarktbarkeit konfrontiert. Es verwundert daher kaum, dass in der Landeshauptstadt mindestens einmal im Jahr ein gro├čer ├ťberblick ├╝ber die steirische Designszene gegeben wird, ein ├ťberblick ├╝ber das autonome Kunstschaffen aber nicht in der Steiermark, sondern in K├Ąrnten zu sehen ist.

Der K├╝nstler, Kurator, Libertin und Aktivist Erwin Stefanie Posarnig hat die Organisation dieser Ausstellung und die Auswahl der 27 k├╝nstlerischen Positionen vorgenommen. Als K├╝nstler r├╝ckt er soziopolitische Fragestellungen ins Blickfeld und legt den Finger bzw. pickt seine Aufkleber auf gesellschaftliche Bruchstellen. Es geht um Fragen der Sicherheit, der Juridifikation und ├ľkonomisierung jedes Lebensbereiches, der Ausbeutung nat├╝rlicher und individueller Ressourcen oder der Erosion des sozialen Raums. ÔÇ×Kollaborieren statt KollabierenÔÇť hei├čt eines seiner Mottos und in diesem Sinne hat er Weggef├ĄhrtInnen und MitstreiterInnen zu einer Ausstellung eingeladen, in der auch die Potenzialit├Ąt von Kunst im gesellschaftspolitischen Spannungsgef├╝ge zur Disposition steht. Das Spektrum k├╝nstlerischer Medien und Ausdrucksformen ist naturgem├Ą├č vielschichtig und heterogen, aber es ist die erw├Ąhnte Reflexion der gesellschaftspolitischen Zust├Ąnde, die die Arbeiten wie ein Wasserzeichen eint.

Die Ausstellung versucht nicht, jedes k├╝nstlerische Werk per se zu einem Medium der kritischen Reflexion hochzustilisieren, doch Bilder sind seit jeher wirkm├Ąchtige Instrumente der Verhandlung ├╝ber zentrale Konzepte des menschlichen Zusammenlebens und Seins. Sie gestalten das Denken und Wissen einer Gesellschaft entscheidend mit. Kunst vermag ein Sensorium auszubilden f├╝r die Wirkm├Ąchtigkeit von Bildern, f├╝r den Einsatz ├Ąsthetischer Dispositive und f├╝r die Art und Weise wie ein bestimmter Raum und eine bestimmte Zeit aufgeteilt und definiert werden. Sie vermag sichtbar zu machen, neue Blickwinkel aufzuzeigen, Impulse zum Nachdenken zu geben und emotional zu ber├╝hren. Vor allem aber, evoziert Kunst die Erfahrung von Freiheit, denn die Selbstbestimmung ihrer Entstehung verweigert sich den ├Âkonomischen Rationalismen, politischen Konventionen und gesellschaftlichen Funktionalisierungen. ÔÇ×Styrian PowerÔÇť ist in diesem Sinne auch eine Manifestation der Freiheit der Kunst in Zeiten der Beschr├Ąnkung.ÔÇť
Roman Grabner, 2017