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ENTS,

Bäume sind stumme Zeugen der Gewalt, wenn sie im Zuge von Kriegshandlungen nicht völlig zerstört wurden, bergen sie deren Spuren bis heute. Von Geschossen und Granatsplittern getroffen, haben sie diese im Weiterwachsen ummantelt. Die vom Holz eingeschlossenen Metallteile sind Archiv und Kalender. Als lebender Organismus birgt ein Baum, von außen nicht erkennbar, aber an den Jahresringen exakt datierbar, alle traumatischen Geschehnisse. Er verbleibt am Schauplatz, als lebende Zeitskulptur, aber auch als Zeichen der prinzipiellen Unbeirrbarkeit der Natur vor menschlicher Gewalt.

Bäume mit eingeschlossenen Metallteilen an der letzten Kampflinie des 2. Weltkrieges, Poppendorf bei Straden, Südoststeiermark

RESANITA, 2015 / 2016


Inverting Battlefields

Das Projekt behandelt Zonen und Orte historischer Konfrontationen. Diese „Schlachtfelder“ unterschiedlicher Art sollen durch künstlerische Gesten, in Form von ortsspezifischen öffentlichen Interventionen, in temporäre Räume von Koexistenz und Toleranz verwandelt werden.

Zu diesem Zweck haben wir einen Dialog mit einem Netzwerk von KünstlerInnen und Kunstinstitutionen aus verschiedenen Partnerländern in Südosteuropa aufgebaut, welche verschiedene Interventionen in einer kollaborativen Weise generieren.
In jedem Partnerland wird für einen historisch relevanten Ort ein Laboratorium bzw. Round-Table entwickelt, das sich mit der Frage nach Werten, Trauma und möglichen Lösungen für ein besseres und inklusives Leben in einem gesamteuropäischen Kontext beschäftigt.

Jede Partnerorganisation wird ein „Manifest“ bzw. eine Art Aktionsplan entwickeln, welcher auch als Inspiration für die Umsetzung einer Geste/künstlerischen Arbeit im öffentlichen Raum dienen kann.

Die im Jahr 2017 in den Kunstprojekten erarbeiteten Hoffnungen, Wünsche bzw. „invertierten“ Traumata sollen abschließend in der oststeirischen Stadt Feldbach (AT) einen gemeinsamen Platz finden. Hier werden ab Juni 2018 mehrere künstlerische Interventionen zu sehen sein, welche sowohl die untersuchten Themen in den Partnerländern künstlerisch behandeln als sich auch auf die historischen Bedingungen in der Steiermark beziehen.

Ein Katalog, der das gesamte Projekt abschließend dokumentiert, wird im Herbst 2018 veröffentlicht.

Den historischen ehemaligen Konfliktzonen, Schlachtfeldern und/oder Orten des menschlichen Elends, die wir für unser Engagement gewählt haben, ist gemeinsam, dass es Orte vergangener Tragödien, Traumata sind oder großer Verluste von Heimat und sozialer Sicherheit.

Die ausgewählten Orte stehen für die Identität Europas, aber auch die unaufgearbeitete Tragödien einer jahrhundertealten Geschichte der Verfolgung, Vertreibung, Massaker, Kriege, von Eindringlingen und Besatzungszeiten, die bis in das zwanzigste Jahrhundert reichen und bis in die Gegenwart wirken.

Wir wollen diese symbolischen Orte der gemeinsamen Geschichte neu definieren, und Schauplätze voller Narben in Schauplätze der Hoffnung umwandeln. Diese positive Neubewertung wird in Form künstlerischer standortspezifischer öffentlicher Gesten stattfinden, als Ergebnisse der ständigen Kooperationen mit unseren PartnerInnen in den verschiedenen Ländern.

Österreich: Feldbach (2018)

Thema: Die turbulente Geschichte der Stadt in den vergangenen Jahrhunderten wird als Ausgangspunkt für die künstlerischen Inspirationen verwendet. Über den Sommer 2018 werden die KünstlerInnen aus den verschiedenen Partnerländern eingeladen, die in ihren Ländern realisierten Kunstprojekte in künstlerischen Übersetzungen für Feldbach anzupassen. Diese Kunstinterventionen werden in der Stadt im öffentlichen Raum präsentiert werden.

Teilnehmende: Die Organisationen Xenos, KIÖR und Stadtgemeinde Feldbach mit den eingeladenen KünstlerInnen: Dante Buu, Nayarí Castillo, Joachim Hainzl, Karl Karner, Polonca Lovšin, Liberta Mišan, Maryam Mohammadi, Igor F. Petković, RESANITA, Nika Rukavina.

Projektidee und koordinierende Organisation:

XENOS (AT)
http://verein-xenos.net

Österreichischer Partner:

KIÖR-Institut für Kunst im öffentlichen Raum | Universalmuseum Joanneum
https://www.museum-joanneum.at/en/kunst-im-oeffentlichen-raum-steiermark

Internationale Partnerorganisationen:

ARTEBRE (SRB)

Association Metamedia (HR)
www.metamedia.hr

Creative Cluster Kombinat (HR)
http://www.kombinat.hr/en

Historical Museum of BiH (BiH)
http://muzej.ba/

KUD Obrat (SI)
http://www.obrat.org/

Memorial Center Lipa Remembers (HR)
http://lipapamti.ppmhp.hr/en/memorijalna-bastina/

Public Room Sarajevo (BiH)
https://www.facebook.com/publicroomsarajevo/

Public Room Skopje (MKD)
http://publicroom.org/


photo © resanita